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Roter Hartriegel

Cornus sanguinea | Ist ein sommergrüner Strauch, der in weiten Teilen Europas verbreitet ist und in Österreich recht häufig vorkommt.
Cornus sanguinea Lacon

Hier findet man das Gehölz

Der Rote Hartriegel ist ein sommergrüner Strauch, der in weiten Teilen Europas verbreitet ist und in Österreich recht häufig vorkommt. Anzutreffen ist der basenliebende Strauch von der Ebene bis in eine Höhe von etwa 1.200 m, wobei er recht anspruchslos ist. So findet man ihn im Auwald und in Mooren ebenso wie in Laubmischwäldern, Hecken oder auf trockenen Hängen.

So erkennt man das Gehölz

Im Winter:

  • Einjährige Zweige auffallend rot gefärbt
  • Vielstämmiger, dicht verzweigter und breitwüchsiger Strauch

In der Vegetationsperiode:

  • Blätter haben auffällig bogige Blattnerven
  • Viele weiße, 4-zählige Blüten sind schirmförmig angeordnet
  • blüht nach dem Blattaustrieb
  • Kugelige blauschwarze Früchte mit 5 bis 8 mm Durchmesser
  • Blätter im Herbst auffällig purpurn bis violett-rot gefärbt

Doppelgänger:

Die zweite heimische Art aus der Gattung Cornus ist der Dirndlstrauch, oder auch Dirndl (Cornus mas), dessen Blätter jenen des Roten Hartriegels sehr ähnlich sehen. Im Gegensatz zum Roten Hartriegel ist die Dirndl auf der Blattunterseite in den Winkeln der Blattnerven bärtig behaart. Außerdem blüht der Dirndlstrauch vor dem Blattaustrieb, hat gelbe Blüten und trägt längliche, rote Früchte von der Größe einer kleinen Olive.

Wer steht drauf?

Die Bestäubung der Blüten übernehmen größere Insekten wie Fliegen, Wildbienen und andere Käfer. Die bitter schmeckende Frucht ist für Menschen nicht geeignet, da sie roh genossen Übelkeit verursacht. Für andere Säuger und Vögel ist die Frucht aber nicht giftig und ein begehrtes Winterfutter, da die Früchte lange Zeit auf den Zweigen bleiben.

Wofür taugt das Gehölz?

  • Das sehr harte und zähe Holz wird zum Drechseln oder für Werkzeuggriffe verwendet
  • Früher wurden aus dem Holz Türriegel hergestellt, daher auch der Name Hartriegel

Besonderes

Auch so kann man zu seinem Namen kommen

Obwohl er blauschwarze Früchte trägt, heißt der Strauch Roter Hartriegel. Seinen Namen hat er also von einem anderen Phänomen. Dieses offenbart sich deutlich während der Winterzeit, wenn die Blätter abgefallen sind. Da stechen die jungen Zweige des Roten Hartriegels nämlich schon von weitem ins Auge, denn sie sind leuchtend rot und setzen in der Winterlandschaft farbige Akzente. Die Färbung ist auf die Anreicherung von Anthocyanen (Pflanzenfarbstoffen) zurückzuführen und dort zu beobachten, wo die Zweige der Sonne ausgesetzt sind.

Doppelt hält besser

Eigentlich blüht der Rote Hartriegel zeitgleich mit dem Schwarzen Holunder und läutet den Beginn des Frühsommers ein. In besonders warmen Jahren kann es jedoch sein, dass es auf einigen Trieben zu einer Nachblüte kommt, etwa im September. Also nicht wundern, wenn man die Blüte zweimal im Jahr beobachtet!

Der Rote Hartriegel in den 10 Jahreszeiten

Option A Bild
Knospenaufbruch/Austrieb
Erst grüne Spitzen werden an den Blattknospen sichtbar
Option B Bild
Blattentfaltung
Erste Blätter sind voll entfaltet und haben ihre endgültige Form aber noch nicht die volle Größe erreicht
Option C Bild
Erste Blätter voll entwickelt
Erste Blätter sind an drei Stellen der Pflanze voll ausgewachsen
Option D Bild
Fast alle Blätter voll entwickelt
Fast alle Blätter haben ihre endgültige Größe erreicht
Option E Bild
Blühbeginn
Die ersten Einzelblüten an mindestens drei verschiedenen Schirmrispen öffnen sich und die Staubbeutel sind sichtbar
Option F Bild
25% aufgeblüht
Ein Viertel aller Blüten sind aufgeblüht
Option G Bild
allgemeine Blüte >50%
Mehr als die Hälfte aller Blüten ist aufgeblüht
Option H Bild
50% abgeblüht
Die Hälfte aller Blüten ist verblüht
Option I Bild
95% abgeblüht
Fast alle Blüten sind verblüht
Option J Bild
erste junge Früchte sichtbar
Erste noch unreife Früchte sind in ihrer vollen Größe sichtbar
Option K Bild
Beginn Fruchtreife
Alle Früchte der am weitesten entwickelten Schirmrispe sind endgültig rot
Option L Bild
allgemeine Fruchtreife >50%
Mindestens die Hälfte aller Früchte ist reif
Option M Bild
keine unreifen Früchte mehr vorhanden
Alle Früchte haben das Stadium der Reife erreicht oder überschritten
Option N Bild
Früchte vollständig abgefallen
Alle reifen Früchte sind von der Pflanze gefallen
Option O Bild
Beginn der Blattfärbung
Erste Blätter verfärben sich
Option P Bild
Blattfärbung >50%
Mehr als die Hälfte aller Blätter sind verfärbt
Option Q Bild
Beginn des Blattfalls
Erste Blätter fallen zu Boden
Option R Bild
>50% bereits abgefallen
Die Hälfte aller Blätter sind abgefallen
Option S Bild
Entlaubt
Die Pflanze ist vollständig entlaubt