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Gewöhnlicher Liguster

Ligustrum vulgare | Buschiger mittelgroßer Strauch. Er ist relativ anspruchslos und kommt von der Ebene bis in untere Gebirgslagen (1.000 m) vor.
Ligustrum vulgare Klaus Wanninger

Hier findet man das Gehölz

Der Gewöhnliche Liguster ist die einzige in Europa heimische Liguster-Art. Er ist relativ anspruchslos und kommt von der Ebene bis in untere Gebirgslagen (1.000 m) vor. Bevorzugte Standorte sind trockenwarme, kalkreiche, gut mit Nährstoffen versorgte Böden. Man findet den Liguster in lichten Wäldern, Auen und Gebüschen ebenso, wie in sonnexponierten Hecken.

So erkennt man das Gehölz

Im Winter:

  • Buschiger mittelgroßer Strauch (1 bis 3 m) mit aufrechten, rutenförmigen Zweigen
  • Junge Zweige fein behaart, ältere Zweige kahl
  • Knospen nur 5 mm groß, gegenständig angeordnet
  • Beeren oft bis in den Frühling am Strauch

In der Vegetationsperiode:

  • 3 – 6 cm lange Blätter fühlen sich ledrig an, sind glattrandig und gegenständig angeordnet
  • Blattoberseite dunkelgrün und seidig matt glänzend, Unterseite heller und mit deutlicher Mittelrippe
  • Kleine weiße Blüten in 6 – 8 cm langen Rispen
  • Traubenähnliche Fruchtstände aus kleinen, schwarz glänzenden Beeren

Wer steht drauf?

Die streng duftenden Blüten locken Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten zur Bestäubung an. Verschiedenen Schmetterlingsarten dient der Liguster als Futterpflanze. So frisst z.B. die Raupe des Ligusterschwärmers, eine Nachtfalterart, das Laub, und zahlreiche Tagfalterarten, wie z.B. der Kleine Fuchs, laben sich am Nektar der Blüten. Die Früchte werden gerne von Vögeln gefressen, welche die Samen dann ausscheiden und dadurch verbreiten. Auch ein paar Nager naschen gerne an den schwarzen Beeren.

Wofür taugt das Gehölz?

  • Als dichtzweigige, gut schnittverträgliche Art gerne als Sichtschutzhecke gepflanzt
  • Von Imkern als Bienenweide geschätzt
  • Wegen intensiven Wurzel- und Ausläuferbildung als Bodenschutzpflanze für Böschungsbefestigungen geeignet

Besonderes

Hart und weich zugleich

Das gelb-braune Holz des Ligusters ist außerordentlich hart. Früher wurden daraus sogar Holznägel oder auch Rechenbögen angefertigt. Die jungen Zweige wiederum sind weich und biegsam und wurden schon in der Römerzeit zum Korbflechten verwendet. Darauf deutet auch der Name hin, denn Liguster kommt vom lateinischen Wort „ligare“, was „binden“ bedeutet.

Farbgewaltig

Die reifen Beeren des Gemeinen Ligusters wurden früher als Farbstoff verwendet. Auf Wolle entsteht ein tiefes Blau, wobei mit Eisen- oder Aluminiumsalzen oder mit Soda vorgebeizt wurde. Neben den reifen Beeren können aber auch die Blätter, die gelben Zweige und die Rinde zum Färben verwendet werden.

 

Der Gewöhnliche Liguster in den 10 Jahreszeiten

Option A Bild
Knospenaufbruch/Austrieb
Erst grüne Spitzen werden an den Blattknospen sichtbar
Option B Bild
Blattentfaltung
Erste Blätter sind voll entfaltet und haben ihre endgültige Form aber noch nicht die volle Größe erreicht
Option C Bild
Erste Blätter voll entwickelt
Erste Blätter sind an drei Stellen der Pflanze voll ausgewachsen
Option D Bild
Fast alle Blätter voll entwickelt
Fast alle Blätter haben ihre endgültige Größe erreicht
Option E Bild
Blühbeginn
Erste Blütenknospen sind geöffnet und die Staubbeutel sind sichtbar
Option F Bild
25% aufgeblüht
Ein Viertel aller Blüten sind aufgeblüht
Option G Bild
allgemeine Blüte >50%
Mehr als die Hälfte aller Blüten ist aufgeblüht
Option H Bild
50% abgeblüht
Die Hälfte aller Blüten ist verblüht
Option I Bild
95% abgeblüht
Fast alle Blüten sind verblüht
Option J Bild
erste junge Früchte sichtbar
Erste noch unreife Früchte sind in ihrer vollen Größe sichtbar
Option K Bild
Beginn Fruchtreife
Die ersten Früchte haben ihre tiefschwarze Färbung angenommen
Option L Bild
allgemeine Fruchtreife >50%
Mindestens die Hälfte aller Früchte ist reif
Option M Bild
keine unreifen Früchte mehr vorhanden
Alle Früchte haben das Stadium der Reife erreicht oder überschritten
Option N Bild
Früchte vollständig abgefallen
Alle reifen Früchte sind von der Pflanze gefallen
Option Q Bild
Beginn des Blattfalls
Erste Blätter fallen zu Boden
Option R Bild
>50% bereits abgefallen
Die Hälfte aller Blätter sind abgefallen
Option S Bild
Entlaubt
Die Pflanze ist vollständig entlaubt