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Purpur-Weide

Salix purpurea | Zählt zu den schmalblättrigen Weiden, die typischerweise gewässernah wachsen. Besiedelt aber auch trockene Standorte wie z.B. Schottergruben.
Salix purpurea Klaus Wanninger

Hier findet man das Gehölz

Die Purpur-Weide zählt zu den schmalblättrigen Weiden, die typischerweise gewässernah wachsen. Die dünnen biegsamen Zweige und der strauchförmige Wuchs machen es möglich, dass sie im Fall eines Hochwassers niedergewalzt werden und sich anschließend wieder aufrichten können. Eine Besonderheit der Purpur-Weide ist, dass sie, anders als ihre schmalblättrige Verwandtschaft, auch trockene Standorte wie Schottergruben und Geröllfluren besiedelt.

So erkennt man das Gehölz

Im Winter:

  • Charakteristisch für alle Weiden ist die schraubige Knospenstellung (Wendeltreppenprinzip), die Purpur-Weide ist hier jedoch schlampig, und an manchen Trieben sitzen mittendrin einfach zwei Knospen gegenüber – ein sicheres Bestimmungsmerkmal für die Purpur-Weide

In der Vegetationsperiode:

  • Blätter bis 10 cm lang und „kopflastig“, also über der Mitte hin zur Blattspitze am breitesten
  • Blattunterseite blaugrün gefärbt, wegen Wachsschicht, die leicht abgewischt werden kann
  • Während der ca. zweiwöchigen Blühphase treiben die männlichen Kätzchen mit kräftig purpurgefärbten Staubgefäßen aus

Doppelgänger:

Während dem Großteil der Vegetationsperiode sind alle Weiden ohne Blüten und ohne Früchte anzutreffen und viele Arten sehen sich in diesem Zustand sehr ähnlich. Außerdem gibt es zahlreiche Hybridformen, also Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten, was ein Bestimmen noch schwieriger macht.

Wer steht drauf?

Vor allem die männlichen Exemplare der Purpur-Weide werden von zahlreichen Insektenarten besucht. Honigbienen und Wildbienen besammeln sowohl Nektar als auch Pollen, Tagfalter ausschließlich Nektar und verschiedene Käferarten zumeist nur Pollen.

Wofür taugt das Gehölz?

Die biegsamen Zweige eigenen sich hervorragend zum Flechten, Basteln und zum Gestalten richtiger Gartenbauwerke wie z.B. Tunnels oder Tipis.

Besonderes

Ganz schön irreführend

Der Name der Purpur-Weide verführt dazu, dass eine kräftige Rotfärbung der Zweige angenommen wird, was aber nicht stimmt, denn die Zweige sind lehmfarben bis grau. Das „Purpur“ bezieht sich auf die männlichen Kätzchen, die mit kräftig anthocyangefärbten Staubgefäßen austreiben. Der Name ist jedoch nur für diese kurze Zeitspanne des Austreibens passend, denn im reifen Zustand sind die Staubgefäße bereits orangegelb gefärbt.

Lebendes Baumaterial

Der Kreativität beim Bauen mit Purpur-Weiden sind keine Grenzen gesetzt. Ob Weidentipi, Torbogen, lebendiger Zaun oder Weidenskulptur, man braucht nur ein
paar Weidenstecklinge und/oder Setzlinge, ein sonniges Platzerl im Garten und etwas Geduld, und schon bald kann man ein lebendiges Bauwerk sein Eigen nennen.

 

Die Purpur-Weide in den 10 Jahreszeiten

Option A Bild
Knospenaufbruch/Austrieb
Erst grüne Spitzen werden an den Blattknospen sichtbar
Option B Bild
Blattentfaltung
Erste Blätter sind voll entfaltet und haben ihre endgültige Form aber noch nicht die volle Größe erreicht
Option C Bild
Erste Blätter voll entwickelt
Erste Blätter sind an drei Stellen der Pflanze voll ausgewachsen
Option D Bild
Fast alle Blätter voll entwickelt
Fast alle Blätter haben ihre endgültige Größe erreicht
Option E Bild
Blühbeginn
Aus der pelzigen Oberfläche der Kätzchen haben sich die Staubblätter geschoben
Option F Bild
25% aufgeblüht
Ein Viertel aller Kätzchen sind aufgeblüht
Option G Bild
allgemeine Blüte >50%
Mehr als die Hälfte aller Blüten ist aufgeblüht
Option H Bild
50% abgeblüht
Die Hälfte der Kätzchen ist verblüht
Option I Bild
95% abgeblüht
Fast alle männlichen Blüten sind verblüht
Option J Bild
erste junge Früchte sichtbar
Erste noch unreife Früchte sind in ihrer vollen Größe sichtbar
Option K Bild
Beginn Fruchtreife
An drei Stellen der Pflanze sind erste reife Früchte zu sehen
Option L Bild
allgemeine Fruchtreife >50%
Mindestens die Hälfte aller Früchte ist reif
Option M Bild
keine unreifen Früchte mehr vorhanden
Alle Früchte haben das Stadium der Reife erreicht oder überschritten
Option N Bild
Früchte vollständig abgefallen
Alle reifen Früchte sind von der Pflanze gefallen
Option O Bild
Beginn der Blattfärbung
Die Blätter beginnen sich gelb zu färben
Option P Bild
Blattfärbung >50%
Mehr als die Hälfte aller Blätter sind verfärbt
Option Q Bild
Beginn des Blattfalls
Erste Blätter fallen zu Boden
Option R Bild
>50% bereits abgefallen
Die Hälfte aller Blätter sind abgefallen
Option S Bild
Entlaubt
Die Pflanze ist vollständig entlaubt