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Sal-Weide

Salix caprea | Im Gegensatz zu vielen anderen Weidenarten gewässerfern zu finden. Als Pioniergehölz besiedelt sie gerne Waldlichtungen und Waldschläge.
Salix caprea CC: BY stux | pixabay.com

Hier findet man das Gehölz

Die Sal-Weide ist eine „Mitteleuropäerin“ und im Gegensatz zu vielen anderen Weidenarten gewässerfern zu finden. Sie meidet sehr nasse und sehr trockene Standorte und fühlt sich auf frischen, nährstoffreichen Stellen am wohlsten. Als typisches Pioniergehölz besiedelt sie gerne Waldlichtungen und Waldschläge. Ihr Vorkommen reicht von den Niederungen bis in die subalpine Höhenstufe. In Gunstlagen kann sie bis in eine Höhe von 1.800 m aufsteigen.

So erkennt man das Gehölz

Im Winter:

  • Die Rinde am älteren Holz ist von Korkpusteln durchsetzt und sieht deshalb aus, als wäre sie mit vielen Plus-Zeichen oder Rauten-Symbolen übersät. Mit zunehmendem Baumalter entsteht daraus eine längsrissige Borke.
  • Großer Strauch (3 bis 5-stämmig), selten kleiner Baum (einstämmig)

In der Vegetationsperiode:

  • Männliche Blüten („Palmkatzerl“) mit gelben Staubbeuteln erscheinen vor dem Laubaustrieb im Vorfrühling
  • Eiförmiges, für Weidenverhältnisse sehr breites Blatt
  • Blattoberseite ledrig und kahl, Unterseite weichsamtig filzig

Wer steht drauf?

Wegen des frühen Blütezeitpunktes und des reichen Pollen- und Nektarangebotes findet man auf den blühenden Salweidenkätzchen zahlreiche Insektenarten, wie die Honigbiene, verschiedene Wildbienenarten, Hummeln, Fliegen und pollenfressende Käfer.

Wofür taugt das Gehölz?

  • Die Sal-Weide liefert die „Palmkatzerl“, die im Christentum traditionell am Palmsonntag geweiht werden
  • Ist sehr schnellwüchsig und die anspruchsloseste unter den Weidenarten, somit perfekt geeignet für die freiwachsende Hecke aus heimischen Gehölzen im Garten

Besonderes

Männchen und Weibchen getrenn in zwei Häusern

Wie alle Weiden ist auch die Sal-Weide zweihäusig, d. h. auf einem Pflanzenexemplar werden entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten ausgebildet. Die männlichen Blüten enthalten Staubblätter, die weiblichen Blüten Fruchtknoten mit Griffel. Außerhalb der Blütezeit/Fruchtzeit sind die beiden Geschlechter nicht unterscheidbar.

Pioniere vor

Die Sal-Weide ist eine typische Pionierbaumart. Diese sind die ersten Baumarten, die vegetationsfreie Flächen (z. B. Kahlschläge, Brandflächen u. a.) besiedeln. Sie sind raschwüchsig, widerstandsfähig, lichtbedürftig und haben geringe Standortansprüche. Bestäubung und Samenverfrachtung werden meist vom Wind erledigt. Weitere Pionier-Gehölze sind z. B. Hänge-Birke (Betula pendula), Rot-Kiefer (Pinus sylvestris) oder Schwarz-Erle (Alnus glutinosa).

Ziegenfutter

Früher wurden Sal-Weiden geschneitelt und das Laub an Ziegen verfüttert, die eine besondere Vorliebe für diese Blätter haben. Daher kommt auch der wissenschaftliche Name Salix caprea (Lateinisch: capra = Ziege).

 

Die Sal-Weide in den 10 Jahreszeiten

Option A Bild
Knospenaufbruch/Austrieb
Erst grüne Spitzen werden an den Blattknospen sichtbar
Option B Bild
Blattentfaltung
Erste Blätter sind voll entfaltet und haben ihre endgültige Form aber noch nicht die volle Größe erreicht
Option C Bild
Erste Blätter voll entwickelt
Erste Blätter sind an drei Stellen der Pflanze voll ausgewachsen
Option D Bild
Fast alle Blätter voll entwickelt
Fast alle Blätter haben ihre endgültige Größe erreicht
Option E Bild
Blühbeginn
Aus der pelzigen Oberfläche der Kätzchen haben sich die Staubblätter geschoben
Option F Bild
25% aufgeblüht
Ein Viertel aller Kätzchen sind aufgeblüht
Option G Bild
allgemeine Blüte >50%
Mehr als die Hälfte aller Blüten ist aufgeblüht
Option H Bild
50% abgeblüht
Die Hälfte der Kätzchen ist verblüht
Option I Bild
95% abgeblüht
Fast alle männlichen Blüten sind verblüht
Option J Bild
erste junge Früchte sichtbar
Erste noch unreife Früchte sind in ihrer vollen Größe sichtbar
Option K Bild
Beginn Fruchtreife
An drei Stellen der Pflanze sind erste reife Früchte zu sehen
Option L Bild
allgemeine Fruchtreife >50%
Mindestens die Hälfte aller Früchte ist reif
Option M Bild
keine unreifen Früchte mehr vorhanden
Alle Früchte haben das Stadium der Reife erreicht oder überschritten
Option N Bild
Früchte vollständig abgefallen
Alle reifen Früchte sind von der Pflanze gefallen
Option O Bild
Beginn der Blattfärbung
Die Blätter beginnen sich gelb zu färben
Option P Bild
Blattfärbung >50%
Mehr als die Hälfte aller Blätter sind verfärbt
Option Q Bild
Beginn des Blattfalls
Erste Blätter fallen zu Boden
Option R Bild
>50% bereits abgefallen
Die Hälfte aller Blätter sind abgefallen
Option S Bild
Entlaubt
Die Pflanze ist vollständig entlaubt