Mikro-/Mesoklima - NaturVerrückt | FarbVerrückt

Mikro-/Mesoklima

Unter Mikroklima versteht man das punktgenaue Klima in Bodennähe, Bereiche zwischen einigen Millimetern bis einigen hundert Metern. Unter Mesoklima versteht man einen größeren Bereich zwischen 100 m und 100 km. Es werden ganze Landschaftsteile, Städte und Regionen berücksichtigt.

Die Meso- und Mikroklimaten in Niederösterreich werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Im nördlichen Alpenvorland sind Niederschläge vor allem bei Nordstaulagen häufiger, im Süden bei einem Mittelmeertief.

Im Bereich des Wiener Beckens dominieren Nordwest- und Südostwinde. Je nach Rauigkeit der Erdoberfläche wird das bodennahe Windfeld unterschiedlich stark modifiziert, über einem Wald anders als über einem Acker. Dies wiederum wirkt sich je nach Landnutzung auf die Durchmischung der Luft aus.

Unter Mikroklima versteht man das punktgenaue Klima in Bodennähe, Bereiche zwischen einigen Millimetern bis einigen hundert Metern. Dabei spielt neben der geographischen Lage die Bodenbeschaffenheit und in weiterer Folge die Bodenreibung des Windes eine wesentliche Rolle. Das Mikroklima ist vor allem für niedrige Pflanzen von großer Bedeutung. Je nach Bodenbeschaffenheit unterscheiden sich die Klimabedingungen, da sich durch die unterschiedliche Vegetation und Bebauung der Boden verschieden stark erwärmt und wieder abkühlt. In einer Stadt wird aufgrund vorhandener Baustrukturen mehr Wärme gespeichert, als im Umland. Diese Wärme wird über Nacht wieder abgegeben (Wärmeinseleffekt).

Bei sehr kleinräumigen Klimaten spielt die Strahlungsbilanz eine große Rolle. An windarmen wolkenlosen Sommertagen ist die Ein- und Ausstrahlung sehr hoch, was in weiterer Folge zu einem großen Temperaturunterschied innerhalb eines Tages führen kann. Die Strahlungsbilanz wird stark von der Bodenbeschaffenheit beeinflusst, die wiederum unterschiedliche thermische Mikroklimate bestimmt. Ein dichter Ackerboden hat eine gute Wärmeleitung, der Temperaturgang innerhalb eines Tages ist gut ausgeglichen. Bei einem trockenen Boden, der viel Luft enthält, die sich schnell erwärmt und wieder abkühlt, ist der Temperaturunterschied höher. Ein feuchter Boden hat bei gleicher Strahlung eine geringere Temperatur, als ein trockener. Liegen Böden mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit nebeneinander, können durch die thermischen Unterschiede Zirkulationssysteme entstehen. Wald, Wiesen und Äcker sind vor allem in Niederösterreich gute Beispiele dafür. Schon niedrige Pflanzen können ausreichen, um weniger Strahlung auf den Boden durchdringen zu lassen, was großen Einfluss auf die Bodentemperatur hat, die dadurch von der Dichte der Pflanzen abhängt.

Beim Waldklima spielen die verschiedenen Baumarten, deren Größe und die Ausdehnung der Baumkronen einen wichtige Rolle. Im Bereich der Baumkronen ist der Strahlungsumsatz am höchsten, da dort der Lichteinfall am stärksten abnimmt und in weiterer Folge das Klima unmittelbar über dem Waldboden ganz anders sein kann, als im Bereich der Baumkronen. Die Unterschiede zwischen Waldboden und Kronendach sind am Tag stärker als in der Nacht. Grund dafür ist die fehlende Einstrahlung auf dem Boden, die die Bodentemperatur stark beeinflusst. Die Temperaturschwankungen über einem Waldboden sind dadurch auch geringer, als über den Baumkronen. Neben den Temperaturunterschieden ist auch der Unterschied des Windes zu erwähnen, da weniger Wind durch das Kronendach durchdringt und die Luft zwischen Waldboden und Baumkronen weniger durchmischt wird.

Der Niederschlag zwischen Baumkronen und Waldboden kann sehr unterschiedlich verteilt sein. Ein Teil des Niederschlags bleibt im Bereich der Baumkronen und verdunstet wieder oder wird direkt von den Pflanzen aufgenommen, nur ein geringer Anteil kommt auf dem Waldboden an.

In der Nähe von Gewässern können sich Temperatur und Wind deutlich voneinander unterscheiden. Je tiefer und größer ein Gewässer ist, desto geringer sind die Temperaturschwankungen über diesen. Da Gewässer eine geringe Rauigkeit haben, bilden sich Winde stärker aus, als über Land. Treffen Land- und Wasseroberflächen aufeinander, spricht man von Land-Seewind-Zirkulation, was auf die unterschiedlichen Wärmeeigenschaften von Land und Wasser zurückzuführen ist.

Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Mikroklima anhand von Verdunstungsprozessen. Diese wiederum hängen von der Bodenbeschaffenheit, vor allem von der vorhandenen Vegetation ab. So fließt z.B.: der Niederschlag in einer Stadt meist über das Kanalisationsnetz rasch ab. Dies führt zu einer starken Reduktion der Verdunstung im Vergleich zu einem Wald- oder Wiesenboden.

Unter Mesoklima versteht man einen größeren Bereich zwischen 100 m und 100 km. Es werden ganze Landschaftsteile, Städte und Regionen berücksichtigt. Die mesoklimatischen Merkmale werden vom jeweiligen Landschaftstyp, sowie von dessen Lage bestimmt. Abhängig von der Landschaftstopographie werden verschiedene Systeme ausgebildet, bei denen es zu Temperaturänderungen in der Höhe kommt. Dabei kommt es zu Zirkulationen, wie etwa Land-Seewinde oder Berg- und Talwinde. An wolkenlosen Tagen kommt es in Tälern strahlungsbedingt durch die Ansammlung kalter Luft zu Kaltluftseen.

Bekannte mesoklimatische Elemente sind Windsysteme wie etwa der Föhn. Dabei überströmt feuchte Luft ein Gebirge von der Luvseite (dem Wind zugewandte Seite) und wärmt sich durch Absinken auf der Leeseite (dem Wind abgewandte Seite) auf, man spricht von einem warmen und trockenen Fallwind.

Gelesen 4179 mal|